Liebe pädagogische Fachkräfte,

    unser 6. Brief des DialogWerks an die Kindergärten und Krippen erreicht Sie/Euch in der bewegtesten Zeit des Kita-Jahres. Die „alten“ Kinder kamen aus den Ferien zurück, mit vielen Erlebnissen und neuen Fähigkeiten. Die „neuen“ Kinder erreichen den Kindergarten, die Krippe, erleben in der Eingewöhnung einen Übergang aus dem familiären Kontext in das Leben in einer neuen sozialen Gruppe. Dies alles braucht Begleitung in Bezogenheit zwischen Erwachsenen und Kindern und ein gutes soziales Klima in den Gruppen. Die Corona-Maßnahmen stellen diese Situation in ein besonderes Licht. Sie sind inzwischen etabliert und doch bleibt über der praktischen Handhabbarkeit die Frage im Raum, wieviel Einfluss sie auf das Tageserleben der Kinder nehmen. Kommen auch die Jüngsten mit den schutzmaskentragenden Erwachsenen im Gruppenraum zurecht? Verlieren Kinder mit Sprachförderbedarf den Blick auf das Mundbild ihres sprechenden Gegenübers? Finden Kinder aus ihrer Familiensprache erneut einen Weg auf die Brücke hinüber in die deutsche Umgebungssprache? Eine sensible Beobachtung und Wahrnehmung der Situation und der einzelnen Kinder scheint eine Möglichkeit zu sein, diese Fragestellungen im Team zu besprechen.

    In unseren aktuellen Anhängen finden Sie/findet Ihr Materialien, die diese Situation aufgreifen möchten:

    1)     Einen Informationsbogen über die Entwicklungsschritte hinein in die Sprache  des Kindes. Es ist bewusst eine grobe Übersicht, da jedes Kind seine Entwicklungsschritte unbedingt individuell gestaltet, für sich entscheidet, was es braucht, welches Thema vorrangig ist. Und doch möchten wir für die pädagogische Arbeit eine Orientierung bieten. Die ergänzenden Gedanken zur Form der Beobachtung und mögliche Fragestellungen sollen den ressourcenorientierten Blick auf das Kind unterstützen.

     

    2)     Mehrsprachige Kinder sind im Vergleich zu einsprachig aufwachsenden Kindern aus unterschiedlichen Gründen in den letzten Monaten häufig deutlich länger aus der Begleitung und Förderung des Kindergartens oder der Krippe herausgefallen. Anknüpfend an ihre Erfahrungszeit zuhause beschreiben wir im zweiten Anhang verschiedene Möglichkeiten der Übergangsgestaltung, Sprachbeobachtung und Sprachförderung.

     

    3)     In Bezug und Ergänzung zu der Sprachfähigkeit des Kindes fokussiert der dritte Anhang den Blick auf das Sprachvorbild der pädagogischen Fachkraft. In unterschiedlicher Weise beantworten wir das Sprachangebot des Kindes. Dieses tun wir in den meisten Fällen unbewusst. Unser Schema der Sprachlehrstrategien unterscheidet noch einmal die Möglichkeiten der sprachlichen Kontaktaufnahme und Reaktionen innerhalb des beziehungsvollen Austauschs. Das Infoblatt ist so gestaltet, dass Vor- und Rückseite auf einem Blatt gedruckt werden sollte, sodass die einzelnen Felder als Merkkärtchen ausgeschnitten und ggf. an die Wand geheftet oder in die Tasche gesteckt werden können.

     

    4)     Fingerspiele für die chorische Arbeit in der Gruppe bieten sprachschwachen Kinder hervorragende Möglichkeiten Sprache mitzuerleben, sich in den Sprachrhythmus einzubinden und sich ihren Fähigkeiten entsprechend zu beteiligen. Hand- und Fingerbewegungen befördern die für Sprache notwendige Mundmuskulatur. Im Blick auf die kommende Herbstzeit finden Sie/findet Ihr zwei Fingerspiele im Anhang.

     

    5)     Alltagsgegenstände, gesammelt und in einem kleinen Koffer präsentiert, regen die Neugier und das Interesse der Kinder an. Sofort entsteht der Wunsch zu ertasten und in Kontakt zu gehen. Dieses Interesse kann als Sprachanlass genutzt werden. Wir beschreiben unterschiedliche Methoden über diese Koffersammlung mit Kindern ins Gespräch zu kommen.

    Für die Zeit nach den Herbstferien sind wieder Fortbildungsangebote bei uns im DialogWerk geplant. Mit Erscheinen des kommenden, 18. Newsletters, voraussichtlich Anfang Oktober, können unsere neuen Angebote genutzt  werden. Bis dahin treffen wir uns, wie angekündigt, zu naturnahen Kursen imStadtgarten Bebelhof. Einen Überblick über die laufenden Kurse sind im Internet zu finden.

    Wir wünschen Ihnen und Euch eine erfüllte Spätsommerzeit, viel Freude an und mit den Kindern.

    Herzliche Grüße vom gesamten Team des DialogWerks

    Warnzeichen Sprachentwicklung

    Sprachlehrstrategien

    Sprachförderung mehrsprachiger Kinder

    Fingerspiele für den Herbst

    Sprachförderung aus dem Koffer

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    Dateien zum Download (Haus der Familie)

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