Theater erleben: Schauspiel!

    Vier Inszenierungen, vier Regiehandschriften, vier Theater-Abende. Auch im Frühjahrssemester 2020 lädt die Volkshochschule Sie ein, das Staatstheater Braunschweig besonders intensiv zu erleben. Zu jedem Abend findet ungefähr ein bis zwei Wochen im Voraus eine ausführliche 60-minütige Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin oder dem Dramaturgen statt, bei der die Teilnehmenden mehr über die Hintergründe von Stück und Inszenierung erfahren. Im Anschluss an die Vorstellung trifft sich die Gruppe wieder zum Nachgespräch, um das Gesehene mit den Künstlern zu reflektieren und diskutieren.

    Dozent/-innen: Katharina Gerschler, Claudia Lowin, Holger Schröder

    Hinweis: Das Umbuchen der Theater-Tickets auf andere Termine ist aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis.

    Iphigenie auf Tauris
    Johann Wolfgang Goethe


    Kann man mit der Wahrheit siegen? Nachdem die Königstochter Iphigenie von der Göttin Diana vor dem Opfertod gerettet und auf die abgeschiedene Insel Tauris gebracht wurde, dient sie dieser dort fortan als Priesterin. Der Tyrann Thoas wirbt um sie, Iphigenie lehnt seinen Antrag jeodch ab. Daraufhin lässt dieser die Menschenopfer wieder einführen: Die ersten Fremden soll Iphigenie der Göttin Diana opfern. Als kurz darauf zwei Männer auf Tauris ankommen, werden diese als erste Menschenopfer bestimmt. Als sich jedoch herausstellt, dass die beiden Fremden Iphigenies Bruder Orest und dessen Gefährte Pylades sind, befindet diese sich in einem moralischen Konflikt zwischen Wahrheit und Lüge. Als Pylades die Flucht vorschlägt, muss sie zwischen der Liebe zu ihrem Bruder, den Verpflichtungen gegenüber Diana und ihren aufgebauten zwischenmenschlichen Beziehungen zu Thoas abwägen.

    Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Claudia Lowin: 12. Februar 2020, 20:00 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar
    Vorstellungsbesuch: 22. Februar 2020, 19:30 Uhr im Kleinen Haus mit anschließendem Publikumsgespräch im 3. Stock Hausbar


    Kleiner Mann, was nun?
    Hans Fallada (in einer Fassung von Luk Perceval)


    1929, Weltwirtschaftskrise. Der Angestellte Pinneberg kämpft verzweifelt gegen seinen Abstieg. Kraft gibt ihm allein die Beziehung zu seiner Frau Lämmchen, die in den schweren Zeiten Stärke zeigt, sanftmütig, liebevoll agiert und nach Auswegen sucht, wo ihr Mann in Ohnmacht zu versinken droht. Doch die Krise verschärft sich und Pinneberg verliert seinen Job. Er - ein weiteres Opfer unter vielen - wird Teil der Masse von Arbeitslosen. Was soll man tun und wie kann man optimistisch in die Zukunft schauen? Und wieder ist Lämmchen Pinnebergs Halt.

    Hans Fallada lässt in seinem 1932 erschienenen Roman keine Rührseligkeit walten, sondern zeichnet ein Bild der Wirklichkeit, das hart und ungerecht ist. Arbeitslosigkeit, Armut, Werteverlust und politische Orientierungslosigkeit prägen diese Zeit - die erschreckend viel mit unserer Heutigen zu tun hat. Umso wichtiger ist das, was Lämmchen der Krise entgegensetzt: Verständnis, Zärtlichkeit und der Glaube an ihr ganz persönliches Glück.

    Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Katharina Gerschler: 4. März 2020, 20:00 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar
    Vorstellungsbesuch: 14. März 2020, 19:30 Uhr im Großen Haus mit anschließendem Publikumsgespräch im 3. Stock Hausbar


    Batterie zum Laden der Liebe (INKLUSIVE STARTERKABEL)
    Lars Werner
    Uraufführung


    Malik trifft Eva. Die klassische Ausgangssituation für eine Boy-meets-Girl-Story schafft Autor Lars Werner zwar, doch klassisch geht es danach nicht unbedingt weiter. Denn da gibt es noch Schmittchens »Wett-Büro für Alltagswahrscheinlichkeit« mit dem besagten Langzeitstudenten Malik als bestem Kunden, einem Wett-Junkie und tiefverschuldetem Glückssucher. Bei Schmittchen kann man auf alles setzen: Terror und Umweltkatastrophen zum Beispiel. Doch Malik wettet darauf, dass er sich sein Herz nicht wird brechen lassen wird und die halbe Stadt setzt dagegen. Doch dann taucht besagte Eva auf, eine Lebenskünstlerin mit Freiheitsdrang und man ahnt schon, dass Leben das eine und Wetten das andere ist. Schwer ist es, das Ende zu charakterisieren. Vor dem Hintergrund von Maliks Lebenskonflikt stellt sich wirklich die Frage was denn nun ein gutes Ende wäre - und was nicht?

    Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Claudia Lowin: 1. April 2020, 20:00 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar
    Vorstellungsbesuch: 15. April 2020, 20:00 Uhr, Aquarium mit anschließendem Publikumsgespräch im 3. Stock Hausbar


    Ein Sommernachtstraum
    William Shakespeare


    Die Mitsommernacht treibt die Liebenden hinaus in einen Traum. Oder ist es nur der Traum, der alle in die Liebe treibt?

    Junge Paare verirren sich im Dickicht des Waldes genauso wie erfahrene Liebende, ob es sich um Menschen handelt oder um Elfen: man folgt blindlings den Gefühlen oder versucht, sich vor ihnen zu schützen. Die Liebe ist: ein romantisches Versprechen. Eine gnadenlose Schablone. Ein lukratives Geschäftsmodell. Wahrscheinlich alles drei. Im "Sommernachtstraum" verschwimmen alle Gewissheiten. Das Gefühl wird zur Wahrheit und die Realität zu einem absurden Schauspiel. Doch die Liebe muss ihre Unabhängigkeit gegen unzählige Facetten und verführerische Projektionen verteidigen.

    Einführungsveranstaltung mit dem Dramaturg Holger Schröder: 18. Mai 2020, 20:00 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar
    Vorstellungsbesuch: 29. Mai 2020, 19:30 Uhr im Großen Haus mit anschließendem Publikumsgespräch im 3. Stock Hausbar

     

     
    Kursnummer QKC02
    Beginn Mi. 12.02.2020 20:00 Uhr
    Kursgebühr 110,00 €
    inkl. Vorstellungsbesuche
    Dauer 8 Termine
    insges. 16 Unterrichtsstunden
    Kursleitung Claudia Lowin
    Holger Schröder
    Katharina Gerschler
    Kursort Staatstheater Braunschweig, Großes Haus
    Am Theater, 38100 Braunschweig


    Ansprechpartner/-innen

    Janine Giesemann, Tel. +49 531 2412-214

    Kundencenter der VHS

    Tel. +49 531 2412-0