Theater erleben: Musiktheater und Tanz!

    Eine intensive Auseinandersetzung mit Entstehung und Inhalt ausgewählter Werke des Musik- und Tanztheaters bietet dieser Volkshochschulkurs. Sie besuchen pro Semester vier Vorstellungen, zu denen Sie jeweils eine 90-minütige Einführung über die Hintergründe der Stücke erhalten.

    Treffpunkt für die Einführungen ist der Bühneneingang des Großen Hauses.

    Folgende Werke stehen im Frühjahrssemester 2020 auf dem Programm:

    Angels in America
    Opera in two parts by Peter Eötvös
    Based on the play by Tony Kushner

    Libretto by Mari Mezei
    Commande du Théâtre du Châtelet

    Längst hat sich die 2004 uraufgeführte Oper von Peter Eötvös in den Spielplänen etabliert. Ihre Erzählung des an Aids erkrankten Homosexuellen Prior Walter, der in seinem Kampf ums Überleben einen Engel erfindet, trifft den Nerv unserer Zeit. Hier prallt das Amerika der 1980er Jahre auf Eötvös' Suche nach einer Broadway-Ästhetik und Priors Wunsch nach Antworten auf einen ratlosen Himmel voller führungsloser Engel. Schnell wird dabei unklar, wo die Realität endet und die Halluzination beginnt.

    Einführungsveranstaltung: 5. März 2020, 20.00 Uhr
    Vorstellungsbesuch: 8. März 2020, 14.30 Uhr


    Vom Sinn der Sinnlichkeit
    Gregor Zöllig
    Uraufführung


    Tanzen ist pure Sinnlichkeit - das Spüren des eigenen Körpers, die unmittelbare Berührung mit der Partnerin oder dem Partner, das Hören der Musik und auch das Betrachten von Bewegung verschmelzen zu einer Einheit und führen zu einem ganzheitlichen, sinnlichen Erlebnis, welches im Hier und Jetzt stattfindet. Diese Harmonie der Sinne findet im Moment statt und bringt uns mit der Welt in Einklang.
    Doch können wir uns auf solch tiefe Erfahrungen von Sinnlichkeit heute noch einlassen? Mit der zunehmenden Digitalisierung sind wir zwar einer Unzahl von sinnlichen - vor allem visuellen - Eindrücken ausgesetzt, doch isolieren uns diese Eindrücke nicht viel mehr als dass sie uns mit anderen Menschen und der Welt zusammenbringen? Und können wir diese vielen Impressionen überhaupt noch konzentriert wahrnehmen und verarbeiten? Gregor Zöllig begibt sich mit seinem Ensemble auf die Suche nach der wahren Sinnlichkeit, die das Menschsein zwar ausmacht, uns aber zunehmend abhanden zu kommen droht.

    Einführungsveranstaltung: 16. April 2020, 20.00 Uhr
    Vorstellungsbesuch: 19. April 2020, 19.30 Uhr


    Fidelio
    Oper in zwei Aufzügen von Ludwig van Beethoven

    Libretto von Josef Sonnleitner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke
    in deutscher Sprache mit Übertiteln

    Als Protest gegen jegliche politische Willkür und Plädoyer für die Verfechtung persönlicher Freiheit ist Beethovens einzige Oper seit ihrer Uraufführung 1805 bis heute aktuell geblieben. Höchste Zeit also, sie im Beethovenjahr 2020 in einer Neuinszenierung der Generalintendantin Dagmar Schlingmann und unter der Musikalischen Leitung des Generalmusikdirektors Srba Dinic wieder nach Braunschweig zu bringen! Unter dem Decknamen Fidelio, »der Treue«, schleicht sich Leonore als Gehilfe des Kerkermeisters in das Gefängnis, in dem ihr Geliebter Florestan widerrechtlich gefangen gehalten wird. Während sie noch vergeblich versucht, ihn zu retten, befielt der korrupte Gouverneur Don Pizarro bereits Florestans Hinrichtung. Doch nicht umsonst gilt Beethovens Werk als »Befreiungsoper« ...

    Einführungsveranstaltung: 7. Mai 2020, 20.00 Uhr
    Vorstellungsbesuch: 10. Mai 2020, 14.30 Uhr


    Transstimme
    Oper in zwei Akten von Fabià Santcovsky

    Libretto von Anja Hilling
    in deutscher Sprache
    Uraufführung

    Ein Paar führt eine auf allen Ebenen harmonische und sinnliche Beziehung. Zwischen beiden gibt es ein nahezu tägliches Ritual, bei dem sie für ihn singt und mit der Kraft ihrer Stimme quasi ein neues Universum für beide schafft. Als sie allerdings krank wird und zu verstummen droht, verschiebt sich der Fokus für sie auf die Erhaltung ihrer Stimme, für die sie schließlich sogar die experimentellste Behandlung in Kauf nimmt ...
    In »Transstimme« fragt Fabià Santcovsky sowohl nach der existenziellen Bedeutung der menschlichen Stimme für die Identität des Menschen als auch nach den Risiken eines technischen Optimierungswahns. Mit seinem an mythologische Stoffe wie »Pygmalion«, aber auch an den Allmachtswahn eines Faust erinnernden Musiktheaterstück beleuchtet er die fragwürdigen technologischen Entwicklungen unserer Gegenwart.

    Einführungsveranstaltung: 11. Juni 2020, 20.00 Uhr
    Vorstellungsbesuch: 17. Juni 2020, 19.30 Uhr

     

     
    Kursnummer QKC04
    Beginn Do. 05.03.2020 20:00 Uhr
    Kursgebühr 110,00 €
    inkl. Vorstellungsbesuche
    Dauer 8 Termine
    insges. 16 Unterrichtsstunden
    Kursleitung Sarah Grahneis
    Kursort Staatstheater Braunschweig, Großes Haus
    Am Theater, 38100 Braunschweig


    Ansprechpartner/-innen

    Janine Giesemann, Tel. +49 531 2412-214

    Kundencenter der VHS

    Tel. +49 531 2412-0