Kursdetails

Theater erleben: Schauspiel!

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Kulissenausschnitt vom Theatergebäude

Vier Inszenierungen, vier Regiehandschriften, vier Theaterabende. Auch im Herbst/Winter 2026 lädt die Volkshochschule Sie ein, das Staatstheater Braunschweig besonders intensiv zu erleben. Zu jedem Abend findet im Vorfeld der besuchten Vorstellung eine ausführliche 60-minütige Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin oder dem Dramaturgen statt, bei der die Teilnehmenden mehr über die Hintergründe von Stück und Inszenierung erfahren. Im Anschluss an die Vorstellung trifft sich die Gruppe wieder zum Nachgespräch, um das Gesehene mit den Künstler*innen zu reflektieren.
Dozent*innen: Marlene Marek, Maxi Ratzkowski, Holger Schröder
Hinweis: Das Umbuchen einzelner Theater-Tickets auf andere Termine ist möglich und kann individuell direkt an der Kasse des Staatstheaters vorgenommen werden. Dafür fällt eine Bearbeitungsgebühr von jeweils 1 € an.

Iphigenies Rache
Solo von Lilly-Marie Vogler
Regie: Meera Theunert Co-Regie: Anna Kuch Bühne: Christiane Hilmer Dramaturgie: Marlene Marek
Der große griechische Mythos um den Trojanischen Krieg hat viele verschiedene Facetten und Erzählperspektiven. Unermesslich das Leid, in das die meisten Protagonist:innen gezogen wurden, zahllos die Varianten und Verschiebungen, die sich aus der Vielstimmigkeit der Quellen speisen. Eine der profiliertesten Figuren ist Iphigenie, die eingesperrt in ihrem Kinderzimmer auf ihre Hinrichtung wartet. In mehreren Anläufen versucht sie, uns ihre Geschichte zu erzählen und wie es dazu kommen konnte: Angefangen hat alles mit ihrem Ururgroßvater Tantalos und einem Familienfluch. Zwei Generationen später zettelt ihr Vater Agamemnon den Trojanischen Krieg an und erzürnt durch das Töten einer Hirschkuh die Göttin Artemis. Diese schickt ihm zur Strafe eine Windstille, damit seine Schiffe nicht weiter Richtung Troja segeln können. Der Zorn der Artemis kann angeblich nur besänftigt werden, indem Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfert. Kann sie ihr Schicksal abwenden?
Wer ist die junge Frau hinter dem Mythos heute? In ihrem Text stellt Lilly-Marie Vogler genau diese Frage und beginnt ein neues feministisches Kapitel der 2400-jährigen Rezeptionsgeschichte, die einst durch Christa Wolfs packende Erzählung »Kassandra« einen Anfang nehmen sollte. Dabei reflektiert der eindrückliche Soloabend Frauenbilder, hinterfragt das Patriarchat und rechnet gnadenlos mit einer von Männern dominierten Welt ab.

Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Marlene Marek: 22. 09. 2026 um 20 Uhr im großen Haus, 3.Stock Hausbar.
Vorstellungsbesuch: 26. 09. 2026 um 20.00 Uhr, Kleines Haus Aquarium, mit anschließendem Publikumsgespräch im 1. Rangfoyer.


Eine Seele von Mensch
Schauspiel von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, Auftragsarbeit für das Staatstheater Braunschweig, Uraufführung
Regie: Erich Sidler Bühne: Jörg Kiefel Kostüme: Elena Gaus Dramaturgie: Maxi Ratzkowski
Das Restaurant, das Bojan erst vor kurzem eröffnet hat, könnte besser laufen. Geldsorgen treiben ihn um – und dann ist Bruno heute auch noch sein einziger Gast; und der ist nur am Meckern: Das Essen schmeckt nicht, der Service ist schlecht und die Speisekarte viel zu lang. Dafür wird er nicht den vollen Preis zahlen! Mansplaining, Sturheit und Besserwisserei bestimmen den Charakter eines Mannes, der plötzlich aus den vertrauten Zusammenhängen gerissen wird. Totale Finsternis: Bruno findet sich in einem Zwischenreich wieder und erfährt von den Dämonen Munk und Nag, dass er gleich auf Engel Ezra treffen wird. Dieser entscheidet, ob er in den Himmel oder in die Hölle kommt. Doch Bruno ist ein harter Brocken, also müssen vier Seelen Rückblenden aus seinem Leben nachspielen …
Lutz Hübner und Sarah Nemitz zählen zu den meistgespielten Autor:innen auf deutschen Bühnen und feierten mit Stücken wie »Frau Müller muss weg« große Erfolge. Im aktuellen Auftragswerk für das Staatstheater Braunschweig beschäftigt sich das Duo anhand der sieben Todsünden mit dem Werteverfall unserer Gesellschaft. Märchenhaft, mit viel Humor und theatralem Budenzauber. Unter Schauspieldirektorin Antje Thoms erarbeiteten sie bereits am Theater Regensburg mit »Lob der Gerechten« eine gefeierte Uraufführung. In Braunschweig wird die Zusammenarbeit jetzt fortgesetzt. Regisseur Erich Sidler, bis diesen Sommer für viele Jahre erfolgreicher Intendant am Theater Göttingen, ist dies die erste Regiearbeit am Staatstheater Braunschweig.
Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Maxi Ratzkowski: 10. 11. 2026 um 20 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar.
Vorstellungsbesuch: 15. 11. 2026 um 19.30 Uhr, Kleines Haus, mit anschließendem Publikumsgespräch im 1. Rangfoyer.

Wanja
Solo von Simon Stephens nach Anton Tschechows »Onkel Wanja«
Deutsch von Barbara Christ
Regie: Antje Thoms Kostüme: Elena Gaus Dramaturgie: Holger Schröder
Onkel Wanja hat das Gefühl, sein Leben verschwendet zu haben. Künstler hätte er werden können, stattdessen ist er sein Leben lang schon Verwalter eines Landguts in der Provinz, das Alexander, dem ehemaligen Mann seiner verstorbenen Schwester, gehört. Nichte Sonja ist derweil unglücklich verliebt in den Arzt Michael. Der wiederum begehrt Helena, Alexanders neue Frau – für die auch Wanjas Herz schlägt. Selbstmitleid und alte Konflikte keimen auf, während Alexander mit Verkündungen neue Spannungen in der Gruppe schürt. Bis im Netz aus unerwiderter Liebe, Hass und Sehnsucht ein Schuss fällt … Hoffnungen, Träume und Sentimentalitäten stehen im Mittelpunkt dieser zarten und gegenwärtigen Adaption von Tschechows Tragikomödie.
Der große Dramatiker Anton Tschechow (1860 - 1904) begründete mit seinen Arbeiten den Anfang der modernen russischen Literatur. Seine Erzählungen und Stücke handeln vom Scheitern der Liebe oder von zerbrochenen Illusionen und untersuchen den Aufbruch aus einer Zeit, geprägt von Tradition und Landadel hin in eine neue urbanere, industrialisierte Epoche. Simon Stephens bleibt dicht am Original, ergänzt aber Entscheidendes: Alle acht Figuren werden von nur einem Schauspieler gespielt. So entsteht ein außergewöhnliches Theatererlebnis, das komisch und tragisch zugleich die Komplexität menschlicher Emotionen erforscht.
Einführungsveranstaltung mit dem Dramaturgen Holger Schröder: 15. 12. 2026 um 20 Uhr im Großen Haus, 3. Stock Hausbar
Vorstellungsbesuch: 17. 12. 2026 um 20.00 Uhr, Kleines Haus Aquarium, mit anschließendem Publikumsgespräch im 1. Rangfoyer.

Dieses Stück geht schief
Komödie von Henry Lewis, Jonathan Sayer und Henry Shields,
Deutsch von Martin Riemann
Regie: Antje Thoms Bühne, Kostüme & Video: Florian Barth Dramaturgie: Maxi Ratzkowski Musik: Jan-S. Beyer

Oft hängt das Gelingen einer Theateraufführung nicht nur davon ab, ob das Ensemble brilliert, sondern auch davon, wie verlässlich die ganze Maschinerie ist, die für den theatralen Budenzauber verantwortlich zeichnet. Die Tücke des Objektes kann ungeahnte Dimensionen annehmen … Das erlebt auch die Amateurtheatergruppe der Technischen Universität, die mit »Mord auf Schloss Haversham« endlich ein Stück gefunden hat, welches der Größe ihres Ensembles entspricht. Die spannende Kriminalgeschichte spielt am Abend einer Verlobungsfeier im Winter 1922. Liebevoll und ambitioniert haben alle Beteiligten geprobt und die Kulissen hergestellt. Jetzt steht endlich die Premiere an. Als sich der Vorhang öffnet, passieren bereits die ersten Missgeschicke, und bald geht alles schief, was nur schiefgehen kann: Türen lassen sich nicht öffnen, Requisiten fehlen, Dialoge kommen durcheinander und Bühnenbildteile verselbstständigen sich. Tapfer und verzweifelt versuchen alle, die Geschichte am Laufen zu halten, während die Aufführung mehr und mehr im Chaos versinkt.
Mit diesem gnadenlos komischen und hochvirtuosen Theatervergnügen stellt sich Regisseurin Antje Thoms dem Braunschweiger Publikum als neue Schauspieldirektorin vor.

Einführungsveranstaltung mit der Dramaturgin Maxi Ratzkowski: 05. 01. 2027 um 20 Uhr im großen Haus, 3. Stock Hausbar.
Vorstellungsbesuch: 08. 01. 2027 um 19.30 Uhr, Großes Haus, mit anschließendem Publikumsgespräch in der Hausbar
Inhalte: Über Theater sprechen, Formen und Inhalte von Stücken reflektieren

  • Einführung in die Themen und Inhalte ausgewählter Stücke
  • Einblicke (als Gespräch) über Produktionsprozesse am Theater und die Arbeitsweisen des jeweiligen Regieteams
  • Information über den Umgang mit Text bei Romanbearbeitungen (Tyll und Solaris), bei Uraufführungen (Tag der Ansteckung) sowie bei Collagen (Das kunstseidene Mädchen) für die Bühne
  • Moderiertes Nachgespräch mit Ensemblemitgliedern: Austausch über das Gesehene, Teilen von Eindrücken, Kritik, Fragen und Anmerkungen

Lernziele (Kompetenzerwerb)
Die Teilnehmenden

  • Erwerben Kenntnisse über Arbeitsweisen und Berufe am Theater, verschiedene Herangehensweisen an Stücke, Inhalte und an szenische Umsetzungen
  • Lernen unterschiedliche Verfahren kennen, mit denen Texte für die Bühne entstehen
  • Entwickeln die Fähigkeit, szenische Vorgänge genau zu beobachten, zu beschreiben und sich mit der Gruppe in einem Nachgespräch darüber auszutauschen



Kurs-Nr. DKC02
Kursleitung Holger Schröder, Marlene Marek, Maxi Ratzkowski
Beginn Di. 22.09.2026 20:00 Uhr
Dauer 8 Termine
insges. 16 Unterrichtsstunden
Kursort Staatstheater Braunschweig
Gebühr 139,00 €
inkl. Vorstellungsbesuche
Kontakte

Corinna Schiffner, Tel. +49 531 2412-223

Kirsten Finkbeiner, Tel. +49 531 2412-204

Datum
Uhrzeit
Ort
Datum
Di., 22.09.2026
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Sa., 26.09.2026
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Di., 10.11.2026
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
So., 15.11.2026
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Di., 15.12.2026
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Do., 17.12.2026
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Di., 05.01.2027
Uhrzeit
20:00 - 21:30 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig
Datum
Fr., 08.01.2027
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Am Theater, Staatstheater Braunschweig

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